Kommunikation

mein berufliches umfeld.Kommunikation

Nutzen

Mithilfe der Ãœbung

  • werde ich mir meiner eigenen Kommunikation bewusst
  • lerne ich, Missverständnisse zu vermeiden

gut zu wissen

Friedemann Schulz von Thun ist der Erfinder des Vier-Seiten-Modells.

Mündliche und schriftliche Kommunikation
verbessern
15 Minuten
Kopfhörer/Lautsprecher
Kommunikation

Im Alltag und vor allem im Berufsleben können Missverständnisse in der Kommunikation auftreten. Das Vier-Seiten-Modell nach Friedemann Schulz von Thun zeigt Ihnen, welche Botschaften eine Nachricht enthält und wie infolgedessen die Nachricht gemeint sein oder von anderen verstanden werden könnte.


Möchten Sie zuerst eine Einführung in das Vier-Seiten-Modell erhalten oder direkt mit der Übung beginnen?

Wissensteil 1/2

Wissensteil 2/2

Versuchen Sie nun das im Video vermittelte Wissen in unserer Beispielübung anzuwenden. Stellen Sie sich vor, dass Sie auf der letzten Konferenz jemanden kennengelernt haben, mit dem Sie sich auf eine Tasse Kaffee verabredet haben. Eine Stunde vor dem Treffen erhalten Sie folgende SMS:

„Es tut mir leid, ich kann leider doch nicht zu unserer Verabredung kommen. Ich bitte um Entschuldigung.“

Wie kann der Satz auf den unterschiedlichen Ebenen gemeint sein? Ordnen Sie die folgenden Interpretationen jeweils der passenden Ebene zu:


  • „Unsere Verabredung kann nicht stattfinden.“

  • „Ich bin beschäftigt/gestresst/lustlos.“

  • „Bitte habe Verständnis!“

  • „Du und unsere Verabredung sind mir gerade nicht so wichtig.“

Praxisteil 1/2

1. Denken Sie an eine aktuelle mündliche oder schriftliche Äußerung eines Mitmenschen, die Sie beschäftigt. Analysieren Sie diese Äußerung anhand des Vier-Seiten-Modells und entdecken Sie die vier Botschaften. Dies soll Ihnen Klarheit darüber verschaffen, was Sie verstanden haben und wie die Äußerung außerdem gemeint sein könnte.

Äußerung:

(Was hat die Person gesagt oder geschrieben?)

Sachebene:

(Formulieren Sie den Satz sachlich und ohne Emotionen.)

Selbstoffenbarungsebene:

(Beginnen Sie den Satz z. B. mit „Ich“ oder „Mir“.)

Beziehungsebene:

(Beginnen Sie den Satz z. B. mit „Du“.)

Appellebene:

(Formulieren Sie die Nachricht als Befehl oder Anweisung und beenden Sie sie mit einem Ausrufezeichen.)

2. Welche Konsequenzen ergeben sich aus den Ergebnissen? Fiel es Ihnen für ein „bestimmtes Ohr“ leichter, eine Antwort zu finden? Kann man dies eventuell für Ihre Kommunikationsgewohnheiten verallgemeinern?

Praxisteil 2/2

1. Nun betrachten Sie Ihre Äußerung von der anderen Seite: Hat ein Mitmensch auf eine Nachricht von Ihnen unerwartet reagiert? Versuchen Sie sich zu erinnern, was Sie in dieser Situation gesagt oder geschrieben haben und notieren Sie die Botschaften auf den vier verschiedenen Ebenen.

Äußerung:

(Was haben Sie gesagt oder geschrieben?)

Sachebene:

(Formulieren Sie den Satz sachlich und ohne Emotionen.)

Selbstoffenbarungsebene:

(Beginnen Sie den Satz z. B. mit „Ich“ oder „Mir“.)

Beziehungsebene:

(Beginnen Sie den Satz z. B. mit „Du“.)

Appellebene:

(Formulieren Sie die Nachricht als Befehl oder Anweisung und beenden Sie sie mit einem Ausrufezeichen.)

2. Welche Konsequenzen ergeben sich aus den Ergebnissen? Achten Sie auch hier darauf, auf welcher Ebene Ihnen die Antwort leichter fiel. Kann dies eventuell für Ihre Kommunikationsgewohnheiten verallgemeinert werden?

 

 

Kommunikation

Die vier Seiten der Kommunikation sind bei jedem Menschen verschieden stark ausgeprägt. Seien Sie sich daher aller Seiten bewusst und formulieren Sie Ihre Sätze genau. Wenn Sie eine Aussage Ihres Gegenübers nicht genau zuordnen können, fragen Sie am besten noch einmal nach.

Je mehr Sie das Vier-Seiten-Modell verinnerlichen, desto klarer werden Sie mit der Zeit Ihre Kommunikation erleben.


Sie können den Text des Wissensvideos auch als PDF speichern und ausdrucken.

Die vier Ebenen der Kommunikation
  • Sachebene:

    Der Sachaspekt einer Nachricht beinhaltet Sachverhalte, Daten und Fakten. Bei einer Reaktion auf dieser Ebene prüft der Empfänger den Wahrheitsgehalt, die Relevanz und die Hinlänglichkeit der Nachricht.
    Beispiel: „Hier herrscht eine niedrige Raumtemperatur.“

  • Selbstoffenbarungsebene:

    Mit jeder Nachricht gibt der Sender auch von sich selbst etwas preis, beispielsweise seine Wertvorstellungen, Meinungen, Bedürfnisse und Gefühle.
    Beispiel: „Ich friere!“

  • Beziehungsebene:

    Diese Ebene steht für das emotionale Verhältnis zwischen beiden Kommunikationsparteien. Die Art, wie etwas gesagt wird, bringt zum Ausdruck, was der Sender von seinem Gegenüber hält. Der Empfänger fühlt sich durch eine Aussage in einer gewissen Weise behandelt oder gar misshandelt. Hierbei spielen Tonfall, Mimik und Gestik sowie die Körpersprache eine große Rolle.
    Beispiel: „Du bist rücksichtslos, wenn du das Fenster öffnest!“

  • Appellebene:

    Der Sender möchte mit seiner Nachricht etwas erreichen. Auf der Appellebene übermittelt der Sender Bitten oder Handlungsanweisungen. Diese können klar oder verdeckt kommuniziert werden.
    Beispiel: „Schließe bitte das Fenster!“


 

Gut zu wissen:

Friedemann Schulz von Thun wurde 1944 in Soltau geboren und ist Psychologe sowie Kommunikationswissenschaftler. Die Liste seiner Veröffentlichungen ist umfangreich, sein wohl bekanntestes Werk ist „Miteinander Reden“, wovon es insgesamt vier Teile gibt. Der erste Teil erschien bereits im Jahre 1981 und beschreibt das in dieser Übung verwendete Vier-Seiten-Modell. Von Thuns ursprüngliche Intention war, die Modelle verschiedener Autoren und Kommunikationsforscher zu vereinheitlichen, wobei sich vier Problemgruppen herausstellten – die sogenannten vier Seiten dieses Modells. Sie dienen der Analyse von konkreten Nachrichten zwischen einem Sender und einem Empfänger, dem Erkennen von Kommunikationsstörungen und zum Ordnen von Problemen in der Kommunikation. Jede einzelne Nachricht hat seitens des Senders vier Botschaften, die alle gleichzeitig beim Empfänger ankommen. Die Nachricht muss zunächst einmal kognitiv verarbeitet werden, wobei der Empfänger sie mit seinen Vorerfahrungen, seiner Phantasie und seinem Wissen aufnimmt. Diese persönlichen Voraussetzungen unterscheiden sich dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Eigenschaften des Senders (Von Thun, 2013). Ausgeräumte Missverständnisse und ein somit besseres Verständnis für andere Menschen stellen oftmals eine Möglichkeit der persönlichen Weiterentwicklung dar.